Archiv der Kategorie: Julia’s Auslandsaufenthalt

Die ersten Wochen sind um.

Nun ist Julia schon 7 Wochen in England und wir haben uns damit arrangiert das wir nur noch am Wochenende mal Facetime machen. Zwischendurch nach Bedarf mal eine kleine What’s App. Julia sagt das sie uns nicht mehr so schlimm vermisst, sondern jetzt dann eher mal ihre Lebensweise hier bei uns. Schulisch ist das ganze in England keine besonders große Herausforderung, weil die Schüler dort, obwohl es die gleiche Jahrgangsstufe wie in Deutschland ist, mit dem Stoff doch recht weit hinten dran sind. Daher versucht die Gastmutter Julia evtl. doch noch auf die High School zu bekommen. Auch sind die Kinder in Julias Alter noch nicht so reif wie in Deutschland, man könnte sagen das man in England noch ein ganzes Stück behüteter aufwächst als in Deutschland. Bald sind Herbstferien und Julia kommt für eine Woche zu uns zurück, wir haben uns Urlaub genommen und werden die Zeit genießen.

Julias Geburtstag in England hat ihr auch sehr gut gefallen, weil Sie mit ihrer Gastfamilie in den Lake District gefahren ist und die Landschaft dort Julia besonders gut gefallen hat. Am Wochenende darauf war dann ihre Party mit Ihren Schulfreundinnen mit Essen beim örtlichen China Restaurant.

Julia war schon vor ihrer Abreise sehr selbständig und zielstrebig und ich denke es hat sich noch stärker ausgeprägt. In sofern kann man wohl sagen das ein Auslandsjahr für das Selbstbewusstsein und die Selbständigkeit zuträglich ist. Auch die Ansprüche an die Unterrichtsqualität habe ich damals in meiner Kindheit/Jugend nicht so erlebt. Hoffentlich haben wir noch was zu  sagen, wenn Julia wieder zurück ist 😉

Bis demnächst wieder.

Abflug

Letzten Montag war es dann soweit Julias Flug nach Newcastle stand an. Die Woche davor bestand darin noch die letzten Besorgungen zu erledigen und den Koffer zu packen. Hätte ich gewusst was es für ein Aufwand ist Übergepäck zu bezahlen, hätte ich gleich ein Paket hinterhergeschickt. Wir sind bereits Sonntags nach Düsseldorf gefahren, weil wir noch auf den Caravansalon gegangen sind und damit wir nicht mitten in der Nacht nach Düsseldorf fahren müssen. Die Nacht auf den Montag haben wir alle schlecht bis gar nicht geschlafen. Das Frühstück hat uns dann wieder einigermaßen wach bekommen. Am Flughafen musste ich dann noch das Übergepäck und die Flugbetreuung bezahlen. Über die Hotline der Lufthansa hatte ich explizit gesagt das meine Frau und ich Julia bis ans Gate begleiten wollen, am Flughafen haben wir dann erfahren das nur eine Begleitung mit zum Gate darf. Nun hieß es also für mich Abschied zu nehmen. Ich habe schon lange nicht mehr so geweint. Es war als würde man mir ein Stück aus meinem Herzen reißen. Das stand meiner Frau nun gleich noch bevor. Der Flug verlief planmäßig und die Abholung in NCL hat auch super geklappt. Julias Sorge in den letzten Tagen bestand vor allem darin das Sie nicht akzeptiert wird, diese Sorge war aber völlig unbegründet, dazu aber ein anderes mal. Julia hat sich sofort gut aufgehoben gefühlt und schon am zweiten Tag war die Traurigkeit fast weg. Meine Kleine ist einfach super.

Der erste Kontakt ;-)

Am 7. August war es nun soweit, im Rahmen unseres Sommerurlaubs in England und Schottland haben wir nun Julia’s Gasteltern und die Schulleiterin kennengelernt. Alle waren ausgesprochen nett und wir haben uns direkt sehr gut verstanden. Auch für die Schule ist es das erste mal das ein Austausch durchgeführt wird, aber man geht ausgesprochen positiv mit dem Ganzen um. Um es mit den Worten der Schulleiterin zu sagen „What a great adventure“.  Bei der Übersetzung des Zeugnisses von Julia gab es dann noch einen Lacher, die Leiterin kam beim Fach Politik und Wirtschaft an und laß „Politics and Witchcraft?! Oh really?“ Ja, Wirtschaft hat schon was magisches.

Die Gasteltern haben zur großen Freude von Julia 3 Hunde, einer davon ist ein 8 Monate alter Malamut, ein ganz toller Hund. Der Gastvater ist wie ich Motorradfahrer, passt also. Die Gastmutter hat ihren Laden im Griff und ist sehr herzlich und zu guter letzt der Gastbruder, er ist ein recht ruhiger Vertreter und scheint auch ein ganz lieber zu sein. Das wichtigste, Julia findet alle super und freut sich noch immer.

Wir haben dann noch die notwendige Schuluniform gekauft, Julia sieht schon ganz lustig darin aus, hat was von Einschulung. Danach haben wir uns verabschiedet und die Heimreise angetreten.

In 3 Wochen ist dann der große Tag, Abschied in Düsseldorf am Flughafen. Wir werden am Vortag anreisen damit wir nicht in aller Frühe nach Düsseldorf fahren müssen.

Die Planung

Nachdem nun alle Formalitäten erledigt waren, geht es daran alles zu planen. Flüge suchen, mit der Gastfamilie abstimmen, buchen. Der Zufall spielt uns recht gut in die Karten. Wir wollten unseren Sommerurlaub dieses Jahr sowieso in England verbringen, also planen wir diesen kurzerhand um und verlagern ihn von Wales nach Schottland. Mit unserem gemieteten Wohnmobil sind wir zum Glück sehr flexibel. Wir werden also im Urlaub schon die Gasteltern und die Schulleiterin kennen lernen. Wir müssen auch die Schuluniform kaufen, dabei haben sich schon die Gasteltern bereit erklärt zu helfen.

Da Julia in den Britischen Ferien auf Wunsch der Gasteltern nach Hause kommen soll, müssen wir einige Flüge  buchen, nun ja mein Meilenkonto wird es danken. Die Mama auch, denn so muss sie meist nur Etappen von ca. 6 Wochen ohne unsere Maus überstehen. Leider gibt es keine Direktflüge ab Frankfurt, also wird die Strecke Bensheim – Düsseldorf demnächst öfter unter die Räder genommen. Am Flughafen müssen wir noch klären, ob wir Julia bis zum Gate begleiten dürfen. den Begleitservice der Lufthansa müssen wir vermutlich nicht in Anspruch nehmen unsere Maus wird das sicher auch hinbekommen.

Was wir organisieren müssen:

  • Schuluniform
  • verschiedene Sportklamotten (an der Schule wird viel Sport gemacht)
  • Klavierstunden (von der Schule angeboten)
  • Hefte
  • Aufwandsentschädigung für die Gastfamilie
  • Debitcard für Julia, damit sie auch bei Bedarf an Geld kommt
  • Krankenversicherung
  • Unfallversicherung
  • Prepaid Karte für das Handy
  • mal sehen was noch kommt

All das haben wir -primär meine Frau- in den letzten drei Wochen organisiert.

Als nächstes kommt dann jetzt erstmal der Urlaub mit dem kennenlernen der Gasteltern.

Julia will ins Ausland

Vor ein paar Wochen hat uns unsere 12 jährige Tochter mit dem Wunsch überrascht ins Ausland zu wollen. Nicht zum Urlaub machen, nein sie möchte gerne ein halbes Jahr am liebsten nach England zur Schule gehen. Zunächst überrascht fanden wir die Idee aber dennoch gut und haben uns daran gemacht Informationen zu sammeln. Ziel war es das Projekt im Schuljahr 2015/16 durchzuführen. Zunächst sind wir auf die üblichen „verdächtigen“ Organisationen gestoßen, aber ein Blick in deren Preis- und Leistungskatalog hat uns erstmal wieder auf den Boden unserer finanziellen Möglichkeiten geholt. So leicht wollten wir uns aber nicht geschlagen geben, also hat meine Frau, die in einem internationalen Konzern arbeitet, ihre Britischen Kollegen angesprochen um eine Gastfamilie für Julia zu finden. Parallel habe ich die Schwester meines Freundes Marco angesprochen, da Sie einige Jahre in Amerika gelebt hat und dort auch ihr Studium absolviert hat. Auch sie war bereit uns zu helfen eine Gastfamilie zu finden, doch hatten wir in der Zwischenzeit schon erfahren das es sehr schwierig sein soll für die USA ein entsprechendes Visum zu erhalten. Dann kam einer der von meiner Frau angesprochenen Kollegen auf sie zu und sagte, sein Cousin aus der Nähe von Newcastle wäre bereit Julia aufzunehmen. Die Freude über die Zusage war bei uns allen groß. Im Verlauf der weiteren Gespräche stellte sich dann heraus das ein Missverständnis gab. Die Gasteltern hatten das Angebot für dieses Jahr gegeben. Nachdem wir das zuhause besprochen hatten, meinte Julia „…wieso eigentlich warten, ich kann das doch auch dieses Jahr schon machen.“ Wieder mussten Mama und Papa schlucken. Doch nach einigem Abwägen des Für und Wieder waren wir uns einig, dann machen wir es halt dieses Jahr. Nach dem Finden der Gastfamilie stand nun noch das finden einer Schule auf dem Programm. Das Britische Schulsystem unterscheidet die Klassen strikt nach dem Alter der Schüler, auch wenn man ggf. von einer höheren Schulform aus dem Ausland kommt. Entgegen unseren ersten Anfragen im Süden der Insel hat wir sehr schnell positive Signale von der Schule bei Newcastle erhalten. Damit sind wir dann mal an Julia’s Schule gegangen und haben mit der dortigen Lehrerin für die Schüleraustauschprogramme gesprochen. Auch Sie hat uns darin bestärkt durch aus an die vermeintlich niedrigere Schulform zu gehen, denn das Ziel eines Auslandsaufenthaltes soll das Erfahren von Land, Leuten und Kultur sein und nicht zwingend der Schulstoff. Wir haben dann den Antrag auf Beurlaubung von der Schule für Julia mitgenommen und diesen konnten wir dann 2 Tage später mit der Zusage der Schule aus England wieder in der Schule abgeben. Damit ist Julia die jüngste Schülerin des Goethe-Gymnasiums das ein Auslandssemester einlegt.