Archiv der Kategorie: Energie

Welcome to the bizarre world of energy politics.

„Generating electricity is a simple technology, more than a century old. You figure out a way to spin a turbine generator, either with steam or flowing water. Then you wire out the electricity to users. The technology comes a little more complex when you have to choose the optimal way of doing this … But on the whole, it isn’t rocket science. Any third world country can do it.

The complicated part, for reasons not easily fathomed, is the politics.“

Wall Street Journal 19.08.2003

Eine Erkenntnis die damals wie heute gilt.

Es wird immer Energieversorger geben

Seit einiger Zeit wird der große Knall in der Energieversorgung postuliert. Etablierte Energieversorger würden überflüssig, Strom bald kostenlos im Übermaß verfügbar sein. Ich beschäftige mich nun geraume Zeit intensiv mit den neuen Geschäftsmodellen die in der Energielandschaft entstehen und stelle fest. Ja es gibt hier innovative Ideen, die den Anspruch für sich erheben können etwas Gutes für die Umwelt zu tun und die Abwicklung für den Kunden einfach zu gestalten und ja, diese Ideen kommen oftmals nicht von den großen etablierten Playern am Markt, die hinken etwas hinterher, aber vielleicht auch nur, weil sie die Konstrukte etwas mehr duschschauen.

In Deutschland ist es nicht möglich DAS sagenumwobene neue Geschäftsmodell auf die Beine zu stellen das mit einem Schlag alles verändern kann, weil wir noch immer einen regulierten Markt haben, der ganz klare Spielregeln hat. Das fängt bei der Marktkommunikation der einzelnen Marktteilnehmer an (alleine fast 900 Verteilnetzbetreiber) und hört beim Berichtswesen an die BNetzA sicher noch nicht auf.

Momentan versuchen alle Solaranlagen auf die Einfamilienhäuser zu bringen und dabei am besten noch Speicher dazu in den Keller zu stellen, weiterhin ist der Mieter das Objekt der Begierde, dem echter Ökostrom auf vielfältigste Weise angeboten wird. Dabei sind Blockchainmodelle und andere gamification-Modelle. Wenn das dazu führt das wir Kohlekraftwerke und Atommeiler runterfahren können, dann ist das sicherlich sehr löblich und auch der richtige Weg, aber eines macht es sicher nicht, den Versorger überflüssig. Denn kein Endkunde schickt seine EDIFACT Nachrichten selbst, oder seinen Zählerstand als MSCONS. Für all diese Aufgaben werden Dienstleister benötigt, das ist dann in dem ein oder anderen Fall kein klassischer Versorger mehr, aber worin unterscheidet sich dann der Neue vom Alten Versorger? Wenn er doch die gleichen Aufgaben hat und Leistungen für den Kunden erbringt. Er meldet seinen Kunden beim Netzbetreiber an, er bekommt Verbrauchswerte vom Messstellenbetreiber und stellt in definierten Zeiträumen eine Rechnung. Alles wie immer.

Es ist ein bisschen wie im Fernbus Geschäft. Erst ganz viele neue und dann wird es die große Konsolidierung geben.

 

Neue Lösung die es auch Mietern ermöglicht eigenen Solarstrom zu erzeugen

Das start-up sunpixels, eine Ausgründung aus der bekannten eprimo  GmbH,  ist mit einem innovativen neuen Produkt an den Markt gegangen.  Das Produkt verspricht:

Mit unserem SUNPIXELS-Komplettpaket aus modernster Solaranlage, Speichersystem und Stromkonto steht Ihnen selbsterzeugte, grüne Energie jederzeit zur Verfügung. Ganz gleich, ob die Sonne gerade mitspielt oder nicht.“

mehr dazu unter https://www.sunpixels.de/

Kommentar zum FAZ Artikel „RWE vor dem Aus“

Hallo zusammen,

am 06.07. erschien in der FAZ ein Artikel von Herrn Sebastian Balzter http://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/unternehmen/rwe-vor-dem-aus-14320891.html

Dieser Artikel wurde scheinbar von jemanden geschrieben der sich das erste mal nach seinem Studium der Geschichte, nordgermanische Philologie sowie Euroculture mit der Energiewirtschaft beschäftigt. Er postuliert RWE sei ein Pleitekandidat. Pleite, respektive insolvent ist ein Unternehmen erst dann, wenn es zahlungsunfähig ist. Davon ist die RWE noch sehr weit entfernt. Auch  das verfügbare Eigenkapital ist falsch dargestellt, hier sollte Herr Balzter nochmal einen Kurs im Lesen von Bilanzen belegen, oder sich von seinen Kollegen aus dem Wirtschaftsressort unterstützen lassen. Man könnte diesen Faktencheck nun noch weiter in die Länge ziehen. Die Frage ist doch was will Herr Balzter erreichen?

Ja, die Energiewirtschaft steckt in einer hausgemachten Krise, weil man die Zeichen aus Berlin schon seit mindestens 10 Jahren ignoriert, doch das betrifft nahezu die gesamte Branche. Eine solche Berichterstattung wie die FAZ  sie liefert, führt im schlimmsten Fall dazu, dass die Planung der Konzernführung platzt und hunderte Arbeitsplätze gefährdet werden. Dies kann kaum im Sinne von irgendjemanden sein.

#RWE @FAZ_Wirtschaft #FAZ

Kommentar zu einem Artikel auf rolandtichy.de

Artikel zum Thema Förderung von Eletroautos

Guten Tag,

ich finde Ihre Sichtweise sehr eingeschränkt. Ich bin der Meinung das wir mit der e-Mobilität nur voran kommen, wenn auch eine adäquate Stückzahl von Elektroautos auf dem Markt ist und das bekommen wir aufgrund der hohen Kosten von Elektroautos nur hin, wenn diese entsprechend gefördert werden. Unsere automobilen Großkonzerne würden doch nicht im Traum daran denken im großen Stil in Elektroautos zu investieren, wenn es nicht von außen eingesteuert wird. Hier ist es ähnlich wie bei der Energiewende, auch hier haben die großen Konzerne die Zeichen der Zeit verpennt. Diesmal legt die Regierung eigentlich rechtzeitig das richtige Zeichen, hier kann dann niemand behaupten das er nicht gewusst hat in welche Richtung die Reise gehen soll.
Und noch eines zum Thema Norwegen. Ich war letztes Jahr dort und war völlig überrascht wie viele Elektroautos rund um die größeren Städte unterwegs sind. Auch die Ladeinfrastruktur ist enorm. Dort ist es sogar so weit gekommen, das sich die Busfahrer darüber beklagen das die E-Autos die Busspuren verstopfen, die sie auch mit benutzen dürfen. Ihre Darstellung ist die eines Menschen der Veränderung scheut. Veränderung braucht manchmal Einflüsse von außen und ich bin sicher Frau Merkel hat an dieser Stelle das große Ganze langfristig im Auge, nur denkt die geneigte Vorstandsriege in den Konzernen nicht in diesen zeitlichen Dimensionen, sondern nur von Jahresabschluss zu Jahresabschluss.

Andreas Dempewolf

Autofahrer wollen keine Elektroautos?

In diesem Artikel der Wiwo wird das Ergebnis einer PWC Umfrage dargestellt, das suggeriert das wir kein Interesse daran haben ein Elektroauto zu fahren. Ich denke die Umfrage ist etwas zu kurz gesprungen. Ich bin mir sicher wenn Elektroautos eine Reichweite wie der Tesla haben und zum gleichen Preis zu haben sind wie ein Fahrzeug mit konventionellem Antrieb, dann steht dem Siegeszug der Elektromobilität nichts mehr im Wege. Denn wer einmal das Vergnügen hatte bei einem Elektroauto das „Strom“pedal durchzutreten, der will nichts anderes mehr haben. Vorausgesetzt die vorgenannten Rahmenbedingungen passen. Ich bin mir auch sicher das die entsprechenden Konzepte teilweise bereits in den Schubladen liegen, nur muss einem bewusst sein, das hier bei einem schnellen Umbau der Fahrzeugindustrie auf Elektrofahrzeuge, große Industriezweige aus dem Motoren- und Getriebebau plötzlich keine Aufträge mehr haben. Hier muss also eine sinnvolle Übergangsphase geschaffen werden, um es diesen Industriezweigen zu ermöglichen den Wandel mitzugehen und möglichst viele Arbeitsplätze zu erhalten.