Es wird immer Energieversorger geben

Seit einiger Zeit wird der große Knall in der Energieversorgung postuliert. Etablierte Energieversorger würden überflüssig, Strom bald kostenlos im Übermaß verfügbar sein. Ich beschäftige mich nun geraume Zeit intensiv mit den neuen Geschäftsmodellen die in der Energielandschaft entstehen und stelle fest. Ja es gibt hier innovative Ideen, die den Anspruch für sich erheben können etwas Gutes für die Umwelt zu tun und die Abwicklung für den Kunden einfach zu gestalten und ja, diese Ideen kommen oftmals nicht von den großen etablierten Playern am Markt, die hinken etwas hinterher, aber vielleicht auch nur, weil sie die Konstrukte etwas mehr duschschauen.

In Deutschland ist es nicht möglich DAS sagenumwobene neue Geschäftsmodell auf die Beine zu stellen das mit einem Schlag alles verändern kann, weil wir noch immer einen regulierten Markt haben, der ganz klare Spielregeln hat. Das fängt bei der Marktkommunikation der einzelnen Marktteilnehmer an (alleine fast 900 Verteilnetzbetreiber) und hört beim Berichtswesen an die BNetzA sicher noch nicht auf.

Momentan versuchen alle Solaranlagen auf die Einfamilienhäuser zu bringen und dabei am besten noch Speicher dazu in den Keller zu stellen, weiterhin ist der Mieter das Objekt der Begierde, dem echter Ökostrom auf vielfältigste Weise angeboten wird. Dabei sind Blockchainmodelle und andere gamification-Modelle. Wenn das dazu führt das wir Kohlekraftwerke und Atommeiler runterfahren können, dann ist das sicherlich sehr löblich und auch der richtige Weg, aber eines macht es sicher nicht, den Versorger überflüssig. Denn kein Endkunde schickt seine EDIFACT Nachrichten selbst, oder seinen Zählerstand als MSCONS. Für all diese Aufgaben werden Dienstleister benötigt, das ist dann in dem ein oder anderen Fall kein klassischer Versorger mehr, aber worin unterscheidet sich dann der Neue vom Alten Versorger? Wenn er doch die gleichen Aufgaben hat und Leistungen für den Kunden erbringt. Er meldet seinen Kunden beim Netzbetreiber an, er bekommt Verbrauchswerte vom Messstellenbetreiber und stellt in definierten Zeiträumen eine Rechnung. Alles wie immer.

Es ist ein bisschen wie im Fernbus Geschäft. Erst ganz viele neue und dann wird es die große Konsolidierung geben.