Die Planung

Nachdem nun alle Formalitäten erledigt waren, geht es daran alles zu planen. Flüge suchen, mit der Gastfamilie abstimmen, buchen. Der Zufall spielt uns recht gut in die Karten. Wir wollten unseren Sommerurlaub dieses Jahr sowieso in England verbringen, also planen wir diesen kurzerhand um und verlagern ihn von Wales nach Schottland. Mit unserem gemieteten Wohnmobil sind wir zum Glück sehr flexibel. Wir werden also im Urlaub schon die Gasteltern und die Schulleiterin kennen lernen. Wir müssen auch die Schuluniform kaufen, dabei haben sich schon die Gasteltern bereit erklärt zu helfen.

Da Julia in den Britischen Ferien auf Wunsch der Gasteltern nach Hause kommen soll, müssen wir einige Flüge  buchen, nun ja mein Meilenkonto wird es danken. Die Mama auch, denn so muss sie meist nur Etappen von ca. 6 Wochen ohne unsere Maus überstehen. Leider gibt es keine Direktflüge ab Frankfurt, also wird die Strecke Bensheim – Düsseldorf demnächst öfter unter die Räder genommen. Am Flughafen müssen wir noch klären, ob wir Julia bis zum Gate begleiten dürfen. den Begleitservice der Lufthansa müssen wir vermutlich nicht in Anspruch nehmen unsere Maus wird das sicher auch hinbekommen.

Was wir organisieren müssen:

  • Schuluniform
  • verschiedene Sportklamotten (an der Schule wird viel Sport gemacht)
  • Klavierstunden (von der Schule angeboten)
  • Hefte
  • Aufwandsentschädigung für die Gastfamilie
  • Debitcard für Julia, damit sie auch bei Bedarf an Geld kommt
  • Krankenversicherung
  • Unfallversicherung
  • Prepaid Karte für das Handy
  • mal sehen was noch kommt

All das haben wir -primär meine Frau- in den letzten drei Wochen organisiert.

Als nächstes kommt dann jetzt erstmal der Urlaub mit dem kennenlernen der Gasteltern.

Julia will ins Ausland

Vor ein paar Wochen hat uns unsere 12 jährige Tochter mit dem Wunsch überrascht ins Ausland zu wollen. Nicht zum Urlaub machen, nein sie möchte gerne ein halbes Jahr am liebsten nach England zur Schule gehen. Zunächst überrascht fanden wir die Idee aber dennoch gut und haben uns daran gemacht Informationen zu sammeln. Ziel war es das Projekt im Schuljahr 2015/16 durchzuführen. Zunächst sind wir auf die üblichen „verdächtigen“ Organisationen gestoßen, aber ein Blick in deren Preis- und Leistungskatalog hat uns erstmal wieder auf den Boden unserer finanziellen Möglichkeiten geholt. So leicht wollten wir uns aber nicht geschlagen geben, also hat meine Frau, die in einem internationalen Konzern arbeitet, ihre Britischen Kollegen angesprochen um eine Gastfamilie für Julia zu finden. Parallel habe ich die Schwester meines Freundes Marco angesprochen, da Sie einige Jahre in Amerika gelebt hat und dort auch ihr Studium absolviert hat. Auch sie war bereit uns zu helfen eine Gastfamilie zu finden, doch hatten wir in der Zwischenzeit schon erfahren das es sehr schwierig sein soll für die USA ein entsprechendes Visum zu erhalten. Dann kam einer der von meiner Frau angesprochenen Kollegen auf sie zu und sagte, sein Cousin aus der Nähe von Newcastle wäre bereit Julia aufzunehmen. Die Freude über die Zusage war bei uns allen groß. Im Verlauf der weiteren Gespräche stellte sich dann heraus das ein Missverständnis gab. Die Gasteltern hatten das Angebot für dieses Jahr gegeben. Nachdem wir das zuhause besprochen hatten, meinte Julia „…wieso eigentlich warten, ich kann das doch auch dieses Jahr schon machen.“ Wieder mussten Mama und Papa schlucken. Doch nach einigem Abwägen des Für und Wieder waren wir uns einig, dann machen wir es halt dieses Jahr. Nach dem Finden der Gastfamilie stand nun noch das finden einer Schule auf dem Programm. Das Britische Schulsystem unterscheidet die Klassen strikt nach dem Alter der Schüler, auch wenn man ggf. von einer höheren Schulform aus dem Ausland kommt. Entgegen unseren ersten Anfragen im Süden der Insel hat wir sehr schnell positive Signale von der Schule bei Newcastle erhalten. Damit sind wir dann mal an Julia’s Schule gegangen und haben mit der dortigen Lehrerin für die Schüleraustauschprogramme gesprochen. Auch Sie hat uns darin bestärkt durch aus an die vermeintlich niedrigere Schulform zu gehen, denn das Ziel eines Auslandsaufenthaltes soll das Erfahren von Land, Leuten und Kultur sein und nicht zwingend der Schulstoff. Wir haben dann den Antrag auf Beurlaubung von der Schule für Julia mitgenommen und diesen konnten wir dann 2 Tage später mit der Zusage der Schule aus England wieder in der Schule abgeben. Damit ist Julia die jüngste Schülerin des Goethe-Gymnasiums das ein Auslandssemester einlegt.